- Zucht/Aufzucht -

 Die Zucht von Python regius und die Aufzucht der Jungtiere

 

 Der spannendste Augenblick und das Ergebnis einer guten Vorarbeit des

 Pflegers ist der Moment der Eiablage und schlussendlich der Schlupf der

 kleinen Königspythons.

 

 Doch welche Voraussetzungen müssen überhaupt erfüllt werden, dass es zu

 einer erfolgreichen Verpaarung kommen wird?

 

 Die Grundvoraussetzung ist selbstverständlich as Vorhandensein beider

 Geschlechter. Beide Tiere müssen allerdings folgende Mindestkriterien

 erfüllen, um zur Zucht eingesetzt werden zu können:

 

 

 Männchen

 

 Alter:                           1 ½ - 2 Jahre.          

 Gewicht:                       500 g. (besser 600 g.)

 

 

 Weibchen

 Alter:                            3 – 4 Jahre.            

 Gewicht:                       1400 g.

 

 

 Wichtige Hinweise:

   

   - Ausschließlich Tiere, die sich in einem optimalen Gesundheitszustand befinden,

     dürfen miteinander verpaart werden.

 

   - Da Weibchen in der Trächtigkeitsphase viele Energiereserven verbrauchen

     um die Eier anzusetzen und dadurch einen Großteil an Gewicht verlieren

     (pro Ei, ca. 100 g.), müssen sie ein Mindestgewicht von 1400 g aufweisen um

     nicht zu stark "abzumagern". Besser ist es allerdings, wenn sie ca.

     1800 – 2000 g wiegen.

   

     

 

 Der Paarungsauslöser für die Tiere ist der Wechsel der warmen und feuchten

 Jahreszeit (Anfang März – Ende August) zur kälteren und trockeneren von

 (Anfang September – Ende Februar). Während der kühleren Phase nehmen,

 wie schon beschrieben, einige der Böcke keine Nahrung mehr auf. Die Weibchen

 hingegen nehmen in aller Regel auch in dieser Zeit bereitwillig Futter zu sich.

 

 Wenn die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte langsam auf die    

 entsprechenden Bedingungen herunter reguliert wurden, werden die Tiere

 (sofern sie nicht schon einzeln untergebracht waren) voneinander getrennt,

 um im späteren Verlauf die Paarungswilligkeit der Böcke zu verstärken.

 

 Nun lässt man die Königspythons für ca. 4 – 8 Wochen oder auch noch etwas

 länger ganz in Ruhe und führt nur die grundlegenden Dinge aus, wie z.B.

 (Wasserwechseln, Kot beseitigen etc.). Futter kann den Weibchen in dieser

 Zeit angeboten werden.

 

 Nachdem Verstreichen dieses Zeitraums kann der erste Versuch gestartet

 werden. Nun setzt man den Bock zum Weibchen und wartet erst einmal ab,

 was passiert. Optimal ist es, wenn sich das Weibchen kurz vorher gehäutet hat.

 

 Hinweis: Die Temperaturen werden noch nicht wieder erhöht.

 

 

 Sollten die Tiere bereits paarungswillig sein, ist es durchaus möglich, dass

 sie sich schon innerhalb weniger Minuten annähern (das muss nicht sein).

 Die Paarungsbereitschaft des Weibchens lässt sich daran erkennen, dass

 sie ihren Schwanz anhebt und damit dem Männchen ihr "Ok" gibt.

 Wenn sich die beiden ruhig verhalten, bleibt der Bock erst einmal für einige Zeit

 (min. 5 - 7 Tage) beim Weibchen. In vielen Fällen findet die "Kopulation" in diesem

 Zeitraum bereits mehrfach statt. Um die Chancen auf eine erfolgreiche

 Befruchtung zu erhöhen, ist es ratsam, den Bock im Anschluss wieder für ein paar

 Tage von ihr zu trennen und ihn dann wieder hinzu zu setzen, um einen Anreiz

 für eine erneute Paarung zu schaffen.

 

 Hinweis: Teilweise kann es mehrere Wochen dauern, bis sich die erste

 Paarung ereignet. Wenn damit zu rechnen ist, bleibt der Bock

 selbstverständlich länger als 5 – 7 Tage beim  Weibchen.

 

 Ein nicht paarungswilliges Weibchen versucht sich vom Bock zu entfernen

 und beginnt oftmals nach kurzer Zeit mit dem Schwanz nach ihm zu schlagen.

 Wenn sich das Verhalten innerhalb eines Tages nicht ändert, ist das Männchen

 wieder zu entfernen, da der Stressfaktor für beide Tiere zu groß wird.

 Das nächste Zusammentreffen kann nach 2 Tagen erneut erfolgen. Nun

 hilft es in einigen Fällen, das Weibchen zum Männchen zu setzen.

 Eventuell hat sich die Situation entspannt. Wenn nicht, macht ein erneuter

 Versuch, kurze Zeit später, nur wenig "Sinn". Hier kann man es dann nochmals

 1 – 2 Wochen später ausprobieren. Ansonsten ist die Wahl eines anderen

 Zuchtbockes zu empfehlen (sofern die Möglichkeit besteht).

 

 Hinweis: Eine Verpaarung kann niemals erzwungen werden.

 Nicht jede Konstellation ist erfolgversprechend, teilweise liegt es auch am

 Desinteresse des Männchens.

 

 

 Das Weibchen hat Eier angesetzt, wie geht es weiter?

 

 Wenn deutlich festzustellen ist, dass das Weibchen Eier angesetzt hat

 (deutliche Verdickung der mittleren bis hinteren Körperhälfte), wird sie wieder

 einzeln gesetzt, um möglichst viel uhe zu bekommen. Nun werden ihr in

 regelmäßigen kurzen Abständen, ca. alle 4 – 5 Tage, 1 – 2 kleine Mäuse

 angeboten. Dies so lange, bis sie die Nahrungsaufnahme einstellt.

 

 10 – 14 Tage nach dem Eisprung, wird sich das Weibchen häuten. Nun dauert es

 noch ca. 25 – 35 Tage, dann ist mit der Eiablage zu rechnen. Im Vorfeld

 ist unbedingt ein geeigneter Eiablageplatz zu errichten, wo das Weibchen

 folgende Bedingungen vorfindet:

 

 Eiablageplatz (Unterschlupf, gefüllt mit feuchtem) Moos)

 

 Temperatur:                                     29 – 32 C°      

 

 Luftfeuchtigkeit:                               Bis zu 90 % Lf.

 

 

 Hinweis: Nun sollten die allgemeinen Temperatur– und Luftfeuchtigkeitswerte

 im Terrarium/ Rack wieder normalisiert und erhöht werden.

 

 Nachdem das Weibchen die Eier abgelegt hat, werden diese in einen bereits

 angelaufenen" Inkubator überführt. Die Temperatur sollte hier im Bereich von

 29 bis max. 32 C° liegen und die Luftfeuchtigkeit bei 90 bis nahezu 100 %.

 Bei diesen Bedingungen, schlüpfen die Jungtiere nach etwa 60 – 70 Tagen.

 

 Beim Entnehmen der Eier ist darauf zu achten, dass sie unter keinen

 Umständen gedreht werden, da sich sonst die Blutgefäße, die dazu dienen den

 Embryo mit Sauerstoff zu versorgen, innerhalb des Eis lösen können Sollte

 dies geschehen, wird dieser absterben.

 

 Als Inkubationssubstrat eignet sich besonders Vermiculite, da es die

 Feuchtigkeit gut speichert. Hier werden die Eier bis ca. zur Hälfte eingebettet.

 Um weitestgehend zu verhindern, dass es zu Schimmelbildung auf den Eiern

 kommt, ist es zu empfehlen Aktivkohle mit beizumischen.

 

 Aufzucht der Jungtiere

 

 Wie beschrieben, schlüpfen die ersten Jungtiere in der Regel nach etwa

 60 – 70 Tagen, wobei einzelne Tiere auch erst nach 80 oder sogar 90 Tagen

 das "Licht der Welt" erblicken. Dies ist hauptsächlich auf die

 Inkubationstemperatur zurück zu führen.

 

 Nach dem Schlupf häuten sich die meisten Tiere spätestens nach 14 Tagen.

 Im Anschluss an die Häutung kann der erste Futterversuch starten. Angeboten

 werden "Springer". Diese haben die richtige Größe und können von dem kleinen

 Python gut "überwältigt" werden. In der ersten Zeit sollte die Futtergabe in

 Abständen von 5 – 7 Tagen erfolgen.

 

 Einzelne Exemplare verweigern anfangs des öfteren die Futteraufnahme.

 Hier ist dann die Geduld des Pflegers gefragt.

 

 Die so genannte "Zwangsfütterung"sollte der letzte Ausweg sein und nur dann

 durchgeführt werden (von einem erfahrenen Schlangenhalter), wenn sich das

 Tier in einem lebensbedrohlichen Zustand befindet.

 

 Der Anspruch an die Unterbringung ist der Selbe wie der bei den adulten Tieren.

 Allerdings muss unbedingt die Größe des Terrariums bzw. Racks an die geringe

 Größe der Jungschlange angepasst werden. In allererster Linie haben

 die kleinen das Bedürfnis, sich ungestört zurück ziehen zu können und meiden

 in der Regel weitläufige Ausflüge. Die Gefahr, gefressen zu werden,

 wäre viel zu groß.

 

 Marius Zemla ©

 

 
 

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